toernberichte
2007(1) - Richtung Balearen
Am 13. Juni ist es endlich soweit - der Flieger hebt ab Richtung Almeria mit uns und unserem 110 kg schweren Gepäck (incl. Surfbord). Vor uns liegen 3 Wochen angefüllt mit Arbeit. Zuerst heisst es erstmal warten bis unser Unterwasserschiff ausgebessert und das Antifouling aufgebracht wird - am Hardstanding darf man hier nämlich nichts selber machen. Nach einer Woche ist dann aber doch wenigstens das erste Ziel erreicht - Gemma kommt wieder ins Wasser.
In der Zwischenzeit erreichen uns hier am Hardstanding vier Speditions-Sendungen, unter anderem auch zwei je 70 kg schwere neue Gelbatterien, wir wollen unsere Verbraucherbatterien austauschen. Unser Schiff erhält in diesem Jahr eine neue Segelgarderobe von Lee-Sails einschliesslich Zippack und Lazy-Jacks zum leichteren Bergen des Großsegels. Dafür muss ein anderes Segel weichen: unsere Baumfock mit Fockbaum und dazugehörendem 2. Vorstag wird demontiert - es war einfach zu unhandlich und gefährlich für uns. Ein neues Solarpanel mit Inox-Rahmen wird auf dem Geräteträger fest montiert und ansonsten gibt noch einiges zu entrosten, polieren und reparieren.
Ausserdem hält die LED-Technik Einzug auf Gemma. Dank Lothar von der SY Victoria haben wir unser Ankerlicht, die 3-Farben-Laterne, Cockpit- und Salonbeleuchtung auf LED's umgestellt. Das Ankerlicht z.B. hat nun statt 20 Watt nur noch 1,44 Watt bei gleicher Tragweite, eine sehr erfreuliche Energiebilanz.
Doch am 3. Juli ist es endlich soweit - am frühen Morgen brechen wir auf und zeigen Almerimar unser Heck. Die Windprognosen sind ungünstig und so motoren wir in 2 langen Etappen über Garrucha nach Cartagena. Unterwegs begegnen wir einer Schule von ca. 15 Pilotwalen und ein ca. 2 Meter langer Schwertfisch zeigt uns wie gut er springen kann.
Törnbilder
In Cartagena machen wir im Real Club des Regatas, direkt am Rand der Altstadt fest. Wir wollten hier eigentlich ein paar Tage bleiben, um den angekündigten starken Nordost abzuwarten, aber nun bleiben wir weil es uns hier sehr gut gefällt. Cartagena hebt sich wohltuend von den Retorten-Turi-Burgen an der Küste ab. Als punische Stadt 227 v. Chr. gegründet hat Cartagena historisch gesehen einiges zu bieten, ein Amphitheater, die punische Mauer, das Römertheater und viele sehr schöne, restaurierte Gebäude aus den Epochen des Barock, der Neoklassik, des Jugendstils und der Eklektik.
Von Cartagena aus stecken wir den Kurs ab vorbei am Cabo de Palos. Das "Mar Menor", ein kleines Binnenmeer (viel gerühmt und start bebaut) lassen wir bewußt aus und steuern Torrevieja an. "Torre" gefällt uns gar nicht, die Hafenpromenade ist ein einziger Jahrmarkt, die Leute gehen Haut an Haut flanieren. Das ist austauschbar. Nach 2 Tagen und der Aussicht einer längeren Periode mit Nordost Wind - also wieder von vorn - entscheiden wir uns am 10. Juli für den direkten aber langen (110 sm) Weg nach Formentera. Es wird eine 23 Stunden lange, aber problemlose, Überfahrt unter Motor mit zeitweiliger Genua-Unterstützung. Um genau 19:52 Uhr überqueren wir dabei den Nullmeridian von West nach Ost. Formentera empfängt uns schwach windig und mit türkisem Wasser - wir ankern in der Cala Sabina und springen gleich ins Wasser - welch ein Vergnügen.
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