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2006(3) - Durch die Straße von Gibraltar

Barbate und los! Die Strasse von Gibraltar – der "Estrecho" ruft! Am 20.07.2006 starten wir gemeinsam mit der Va Pensiero nach Barbate, hier kaufen wir ein und schliessen unsere Navigationsvorbereitungen für die Strasse von Gibraltar ab. In Barbate sehen wir an Land in der Nähe der Fischkonserven-Fabrik mindestens 200 riesige verrostete Stockanker, die die monströsen Grundeisen für noch monströsere Ailien-Landebahnen (sprich Thunfischnetze) bilden. Ziemlich beeindruckend.

Törnbilder

Am Samstag den 22.07.2006 legen wir endlich ab – mal sehen, wie uns die berühmte Engstelle empfängt. Nach langen Strömungsberechnungen, vielen Überlegungen und eingehendem Studium des Straits Sailing Guides steckt uns schon ein kleiner Bammel in den Knien, aber wir haben auch gelesen ..."spätestens kurz nach Tarifa fragt man sich, warum habe ich mir eigentlich so einen Kopf gemacht.". Wir werden sehen... Der Wind trägt uns vorbei an dem letzten Stückchen Atlantikküste bis nach Tarifa. Jürgen kriegt hier ziemlich lange Zähne, wie gern würde er hier für mindestens 3 Monate stoppen, um das geniale Surfmekka abzureiten. Nur gut, daß er hier schon 2 Mal mit seinem Board war, sonst hätten wir diesen Hafen bestimmt nicht ausgelassen. Vor uns kräuselt sich das Wasser, man sieht der "kochenden" Wasseroberfläche schon an, was hier Unterwasser abgeht. "Races" sind das und unter der Wasseroberfläche strömt Atlantikwasser in unglaublichen Mengen hinein ins Mittelmeer (bei Frank Schätzing in den "Nachrichten aus einem unbekannten Universum" habe ich gelesen, daß es sekündlich 1,75 Milliarden Tonnen Wasser sein sollen). Es quetscht sich dabei mit ca. 4-5 Knoten Geschwindigkeit in der Strommitte durch den nur ca. 7 km schmalen Flaschenhals und versucht gleichzeitig die Wassermenge des Mittelmeeres zu ersetzen, die verdunstet - aber es reicht trotzdem noch nicht aus.

All das haben wir vor Augen und sind dabei nicht alleine. Rund 300 Handelsschiffe sind es täglich, die die Strasse von Gibraltar passieren wollen und es ist die weltweit verkehrsreichste Meerenge überhaupt. Hier sind wir sind mit unserer Gemma mittendrin. Es gibt Überwachungsanlagen, die alle Schiffsbewegungen genau kontrollieren, damit in diesem Mauseloch kein Tankerriese stecken bleibt. Doch heute geht alles glatt und wir bestaunen die Gastanker und die Riesen-Super-Schnell-Fähren, deren Speed man wirklich nicht unterschätzen sollte. Dann sehen wir auch schon den "Felsen von Gibraltar" in seiner ganzen Schönheit. Wow. So, jetzt hier gleich links abbiegen in die Bucht von Algeciras und – was war das ??? Ein Empfangskomitee??? Ja, Delfine – für uns! Mitten in der Rush-Hour begleiten Sie uns in die Bahia de Algeciras, das ist aber schön. Vielen Dank! Wir steuern "La Linea" an, den Liegeplatz gleich neben der Startbahn des Flughafens von Gibraltar. Kostenlos und mit Bademöglichkeit – was will man mehr? Geschafft! Überglücklich winken wir unseren Freunden von der Va Pensiero, die in unserer Nähe ankern und relaxen erst einmal am Fuße unseres "Meilensteins". Am nächsten Tag erkunden wir Gibraltar und den Affenfelsen bei sängender Hitze. "Gib" erreichen wir auf dem Landwege, unser Liegeplatz La Linea liegt ja in Spanien, also zücken wir an der Grenze unsere Personalausweise und reisen zu Fuß nach Engand ein, marschieren über die Landepiste und latschen durch eine gähnend leere Innenstadt – es ist Sonntag! Alle Shops haben zu, was für ein Glück (meinen zumindest unsere Männer!). Gerhard hält gleich beim ersten Pub an, um ein ihm bekanntes und dringend vermisstes englisches Bier zu kippen. Dankbar nehmen wir die Pause an und tun es ihm gleich, die Hitze hat auch was Gutes an sich – man kann ungeniert zum Früschoppen greifen. So, nun rein in die Seilbahn und rauf auf den Felsen. Brigitte hat etwas Bammel, denn die Affen sind ziemlich neugierig und es wäre nicht ihr der erster Affenbiss... Die Affen sind wirklich überall, sie sind schnell und frech, doch bis auf einen kleinen Klaps auf die Schulter verschonen sie auch Brigitte mit Zutraulichkeiten. Die Aussicht vom Felsen ist genial und die teure Bergfahrt lohnt sich allemal, auch wenn man Affen nicht so toll findet. Wir legen noch eine Wandertour ein und als unsere Wasserflaschen leer sind machen wir uns auf den Rückweg zu unseren schwimmenden Häusern. Hier treffen wir unsere schweizer Freunde von der "Makai" wieder. Auch sie ankern in La Linea und es wird wieder ein denkwürdiger Abend.

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