toernberichte

2007(3) - Mallorca

Direkt am Passeo Marittimo von Palma de Mallorca liegt diese kleine Marina Alboran, d.h. es ist ein Katzensprung zum Einkaufen, Shoppen und Bummeln. Wir packen als erstes unsere Faltbikes aus und radeln den Passeo entlang. Ein Shipchandler nach dem anderen wird nach Dinghies durchforstet und wir entscheiden uns für ein 2.40m langes neues Beiboot mit Luftboden von Bombard. Der Händler liefert es uns am Nachmittag direkt an den Steg und wir versenken unsere alte kleine "Sandnase" in der Mülltonne. Am nächsten Tag machen wir die erste Spritztour mit dem neuen Dinghy hinüber zum Real Club Nautico und waschen "königlich" unsere Wäsche.
Die Tage vergehen hier wieder mit Arbeit und Besorgungen und auch diesmal bleibt uns keine Zeit die Kathedrale zu besichtigen.

Vor 2 Jahren haben wir hier Bernd kennengelernt, der im Real Club auf seinem Schiff lebt und alle möglichen Arbeiten rund ums Schiff ausführt. Wir beauftragen ihn mit der Abnahme unserer Gasprüfung für den Herd und die Gasflaschen und zusammen mit Jürgen werden noch einige elektrische Verbesserungen gemacht. Bernd und seine Frau Martina verabreden sich mit uns dann für Samstag in der Cala Blava, für die beiden beginnt dann das Wochenende und sie segeln gerne mal raus aus dem Real Club, zudem findet zur Zeit die "Copa del Rey"- Regatta statt, d.h. die spanische Königsfamilie ist in Palma und sehr viele Regattayachten - es ist proppenvoll. Wenn man hier lebt, so ist es wohl am Besten, man flüchtet zu dieser Zeit einfach und überläßt das Feld den Reichen, Schönen und Schnellen.

Törnbilder

In der Marina Alboran lernen wir dann auch noch Romy und Theo von der TiTaRo kennen, sie kommen aus München und machen in der Marina Station mit ihrem supergroßen Voyage-Catamaran. Die beiden haben ein nagelneues, sehr schönes Raum-Schiff, alles ist supermodern und großzügig. Romy und Theo wollen schon bald weiter Richtung Gibraltar und Karibik, doch es bleibt uns noch ein bisschen Zeit, um beim Bier zu quatschen und Infos auszutauschen. Es macht uns immer wieder viel Freude in so kurzer Zeit einen neuen herzlichen Kontakt zu knüpfen, und so verabreden wir uns für ein paar Tage später in der Bucht von Santa Ponsa auf Mallorca.
Die beiden schenken uns gleich einen ganzen Stapel an Seekarten für Sardinien, Sizilien und Malta und wir haben dankbare Abnehmer für unseren Gibraltar-Sailing-Guide und die Portugal - Reiseführer und können Ihnen auch noch einige Tipps für die Häfen Cartagena und Rota geben.

Nachdem wir in Palma alles erledigt haben und ja einige Verabredungen haben, geht es am Samstag nach Cala Blava und dort treffen wir Bernd und Martina mit Ihrer Alu-Ketsch "Male". Am Abend heizen wir mit Bernds 50 PS-Power-Dinghy nach El Arenal und feiern in der Tex-Mex-Kneipe das Wochenende. Am nächsten Morgen frühstücken wir gemeinsam auf der "Male", es kommen noch Lexa und Clemens dazu, die auch in Palma leben und arbeiten und wir geniessen das sommerliche Leben.

Am folgenden Tag segeln wir nach Santa Ponsa, treffen nochmals auf TiTaRo, kaufen ein und segeln nach 2 Tagen nach Colonia Sant Jordi, zum Dünenstrand Playa des Carbó. Hier ist wieder kristallklares Wasser in türkis, hellblau und mintgrün reichlich vorhanden! Spät am Abend machen wir es uns mit Decken und Kissen am Vorschiff gemütlich und beobachten mit unserem Sternglas die vorbeiziehende ISS-Raumstation. Per Handy hat uns Brigitte`s Mama über Zeitpunkt und Flugbahn der ISS informiert, sodaß wir das Ereignis nicht verpassen können. Von hieraus segeln wir am 1. August in den National-Park der Cabrera - Inselgruppe, für deren Besuch wir uns ein amtliches Permit per Fax eingeholt haben.

Der wunderschöne Nationalpark der Cabrera-Inselgruppe, südlich von Mallorca gelegen, darf nur mit Genehmigung besucht werden, ausserdem darf man im Hochsommer leider nur eine Nacht an einer der 50 Mooringbojen liegen bleiben. Doch wenn man die Erlaubnis mal hat, dann erwartet einen eine einzigartige Landschaft - ein perfekt geschützer Naturhafen unterhalb des Castillos de Cabrera. Diese Burg aus dem 14. Jahrhundert haben wir dann am Spätnachmittag besucht, denn von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die Bucht, die vorgelagerten Inseln und Mallorca. Auf dem Rückweg zu unserem Dinghy haben wir von einem Fischer fangfrische Seezungen und Langusten gekauft und die urige Hafenkneipe um zwei Cervezas erleichtert. Hier ist es so wunderschön, wir lassen uns deshalb beim Ranger des Nationalparks auf die Warteliste für eine 2.Nacht an der Mooringboje setzen, doch leider storniert keine Yacht ihre Reservierung und so segeln wir am nächsten Nachmittag zurück nach Sant Jordi.

Unsere nächste Segeletappe führt uns ca. 18 sm weiter die Ost-Küste Mallorcas hinauf nach Porto Colom. Vor einigen Wochen haben wir von unseren schweizer Bekannten auf der "Makai" gehört, daß sie hier liegen und tatsächlich: schon bei der Ansteuerung sehen wir ihr Schiff mit dem von Sepp geschnitzten hölzernen Bugspriet. Nachdem unser Anker auf 4 Meter Wassertiefe fällt, haben wir schon die erste Café-Einladung! Sepp holt uns auch dazu noch mit seinem Dinghy ab!
In dem verschlafen wirkenden Örtchen Porto Colom verbringen wir ruhige Tage, essen sehr lecker bei "La Pizza" im lauschigen Innenhof zu dezenter Musik unter Bougainvillea-Bäumen und plauschen viel mit Deanna und Sepp von der Makai. Wir liegen hier vor Anker, können zwar die Duschen (Note 5-) der Marina nutzen, aber müssen Süßwasser für unseren Tank umständlich in den 20 Wasserkanistern per Dinghy an Bord schaffen. Das ist nicht ganz so bequem wie in einer Marina, aber dafür viel ruhiger. Nach 7 Nächten gehen wir Anker auf und segeln ab an die Nordküste von Menorca, die Entfernung ist ca. 50 Seemeilen und wir brauchen dafür ca. 10 Stunden.

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