toernberichte
2007(4) - Menorca
Am späten Nachmittag erreichen wir die Cala Algayerens an der menorcinischen Nordküste. Der Abend kündigt sich gemütlich an, wir sitzen draussen im Cockpit hören schöne Musik und dann erscheinen erste Blitze am Himmel, es folgt Donner und es wird eine schreckliche Nacht mit permanenter Ankerwache, riesigem Schwell in der Bucht und wir flüchten wieder mit den ersten Sonnenstrahlen des nächsten Tages nach Fornells.
Unser Revierführer schreibt: sehr hübscher kleiner Fischerhafen an der Nordwestseite der mehr als 2 sm tief nach Süden einschneidenden Bahia de Fornells, bei jeder Wetterlage anzulaufen. Das ist genau richtig für uns! Hier gibt es Mooringbojen (gratis) vor dem kleinen Städtchen, Eisdielen, edle Fischrestaurants, nette Lädchen zum Bummeln und stöbern - und alles läuft ziemlich geruhsam ab. Wir finden Fornells traumhaft und fühlen uns sehr gut aufgehoben. Wir erwandern uns den alten Wehrturm und die Grotte der Madonna von Lourdes. Von hieraus machen wir mit unserem Schiff einen Tagesabstecher in die Cala Pudenta zum Baden und Schnorcheln und verholen uns am 4. Tag in Fornells auf die Ostseite der Bucht um hier zu ankern, denn die Wettervorhersage kündigt Mistral aus dem Rhone-Delta an und den sehen und spüren wir tatsächlich, kaum daß unser Anker sitzt. Wir sind bestens mit leckerem Proviant ausgerüstet (frische Doraden und menorcinisches Schweinchen liegen im Kühlschrank ), damit wir die nächsten Tage den scharfen Nordwind aus Frankreich hier abwettern können und nicht beim Einkaufenfahren mit dem Dinghy nass werden. Und natürlich haben wir daran gedacht, uns in den kleinen, duftenden Konditoreien und Bäckereien mit herrlichem Cerealien-Brot ("Pan Aleman") und wunderbarem Biscotx Albaricoque (superweichem, saftigem Aprikosenkuchen) einzudecken.
Törnbilder
Insgesamt 6 Tage bleiben wir in Fornells und segeln am Sonntag über die Illa d´en Colom-Tamarells weiter nach Mahon, der Hauptstadt Menorcas. Wir ankern in der ersten Nacht in der Cala Taulera gleich unterhalb der riesigen Wehranlage "La Mola" am Beginn der großen, langen Bucht, an dessen Ende Mahon liegt. Am nächsten Morgen versuchen wir über Funk auf Kanal 09 bei den Marineros einen Platz auf einer der beiden Schimminseln, Ilsa Cristina und Isla Clementina zu bekommen, werden aber vertröstet. Wir sollen es um 12.00h wieder versuchen, um 12.00h sagen sie uns, wir sollen es um 16.00h wieder versuchen und so machen wir einstweilen am Steg der Isla del Rey fest und treffen hier auf den Marinero, der uns gerade am Funk vertröstet hat. Er ist sehr hilfsbereit und will gleich mal mit seinem Power-Dinghy zu den Schwimminseln hinüberbrausen und nachsehen, ob nicht doch was frei ist. Wir sollen warten, bis er uns über Funk ruft.
Als wir gerade mit dem Essen fertig sind hören wir unseren Namen auf Kanal 09: "Gemma, Gemma, this is Riebera del Puerto. Now you can dock at Isla Cristina". Wie eine Erlösung kommt es durch den Lautsprecher. Wir sind in Mahon (menorcin: Maó) angekommen und Stunden der Warterei und des Hoffens waren nicht vergeblich. Der Marinero hat einen Platz an der Schwimminsel Cristina direkt vor der grandiosen Altsadt-Kulisse Mahons für uns freigemacht. Sagenhaft dieser Blick, dieser supergeschütze Naturhafen schneidet als schmale Bucht ca. 3 sm in die Küste ein. Riesige Fährschiffe, Containerfrachter und Kreuzfahrtschiffe manövrieren nur 30 Meter von unserem Liegeplatz entfernt äußerst vorsichtig und erzeugen dabei erstaunlich wenig Schwell. Mit dem Dinghy legen wir die kurze Strecke quer durch die Bucht zurück und erobern per Pedes diese Stadt mit allen ihren Winkeln und Ecken. Fischmarkt, Markthalle, Bars, Lädchen, Terrassen-Cafés, Schuhgeschäfte, Angelläden - alles da! Toll!!!
Von Mahon aus machen wir per Expressbus einen Ausflug nach Ciutadella, der alten Inselhauptstadt im Westen von Menorca. Ciutadella ist eine wunderschöne und sehr gepflegte kleine Stadt mit vielen Adelspalästen und sehr typischen Markthallen für Fisch, Fleischwaren und Gemüse. Unter den Arkaden können wir auch bei dieser grossen Hitze entspannt bummeln. Am Abend klettern wir in den Bus und fahren wieder quer über die Insel, zurück nach Mahon, zurück zu unserer "Gemma".
Nach 8 Nächten in Mahon wird es für uns Zeit, uns von den Balearen und somit von Spanien zu verabschieden. Am 28.August 2007 legen wir ab und erleben noch in der Bucht von Mahon eine Regatta mit sehr schönen alten Holzyachten des Regattaclubs von Barcelona. Das ist ein Abschied! Schon kurz nach der Hafenausfahrt liegt unser neuer Kurs für die nächsten 2 Tage an, Kurs 76° - Richtung Sardinien.
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